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Transfair - Fair gehandelter Kaffee

Transfair ist keine Marke, sondern ein Siegel für fair gehandelte Produkte. Seit 1992 werden benachteiligte Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika gefördert und ihre Lebensbedingungen verbessert.

Mit dem Transfair-Siegel werden Produkte ausgezeichnet, die zu festgelegten und fairen Bedingungen produziert und gehandelt werden. Dies betrifft bei weitem nicht nur den Anbau und Handel von und mit Kaffee, sondern viele klassische Produkte aus asiatischen, afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern wie Bananen, Baumwolle, Blumen, Kakao, Reis, Tee und Zucker, aber auch von Hand hergestellte Produkte wie Bälle oder Textilien.

Transfair

Bei den meisten Kaffee-Kleinbauern handelt es sich um Familienbetriebe. Sie stehen im Schatten der oftmals mächtigen Großgrundbesitzer, die dank entsprechender Finanzreserven oder Bonitäten relativ unabhängig von den aktuellen Kaffeepreisen auf dem Weltmarkt agieren. Im Gegensatz dazu verfügen die kleinen Bauernbetriebe über wenig Land und kaum Geld. Häufig müssen sie ihre Ernten zu Dumpingpreisen an Zwischenhändler verkaufen, ein einziger Preisrutsch auf dem Kaffeemarkt führt nicht selten zum Ruin. Noch schlechter ergeht es den Pflückerinnen und Tagelöhnern, sie bilden die unterste Schicht der Kaffeeindustrie. Zu teils menschenunwürdigen Bedingungen ziehen sie in der Erntezeit von Plantage zu Plantage, um sich dort einen Hungerlohn zu verdienen. Eine gesicherte Existenz aufzubauen ist ihnen nicht möglich. Selbst viele Kleinbauern müssen zur Erntezeit auf anderen Plantagen arbeiten, um ihre Kosten für das gesamte Jahr decken zu können.

Das Transfair-Projekt unterstützt wirtschaftlich benachteiligte Kleinbauern, aber auch die vielen Pflückerinnen und Tagelöhner. Durch den fairen Handel wird nicht nur ein würdevoller Alltag gesichert, die Kleinbauern und Produzenten erhalten auch Weiterbildungen zu Produktionsverfahren für Qualitätsverbesserungen oder Nachhilfe im internationalen Handel. Außerdem werden viele Sozialprojekte ermöglicht. Um in den Genuss der Festpreise zu gelangen, müssen sich die Kleinbauern und -produzenten in Kleinbauerngenossenschaften und Pflückerinnen und Tagelöhner in Selbsthilfegruppen zusammenschließen. Die Genossenschaften müssen politisch unabhängig und demokratisch organisiert sein. Dazu zählt vor allem, dass sich alle Mitglieder an allen wichtigen Entscheidungen direkt beteiligen. Dies gilt insbesondere für die Verwendung der Mehrerlöse aus dem fairen Handel. Weiterhin müssen sich die Genossenschaften für eine nachhaltige Entwicklung von Ökologie, Bildung sowie für die Frauenförderung einsetzen. Durch ständige Kontrollen vor Ort wird gewährleistet, dass alle Kriterien eingehalten und erfüllt werden.

Fairer Handel zu garantierten Preisen

Der faire Handel basiert auf festgesetzten Mindestpreisen, die unabhängig von allen Preisschwankungen auf dem Kaffeemarkt bezahlt werden müssen. Dadurch werden sowohl die Produktionskosten, aber auch die Lebenshaltungskosten für menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen abgedeckt. Die Kleinbauerngenossenschaften erhalten durch den fairen Handel zu jeder Zeit einen garantierten Preis über dem konventionellen Marktniveau. Zurzeit ist dieser auf mindestens 1,21 US-Dollar pro englischem Pfund Rohkaffee (453,6 Gramm) festgelegt. Steigt der Kaffee-Weltmarktpreis über 1,21 US-Dollar, erhalten die Kleinbauerngruppen automatisch einen Fairtrade-Aufschlag von 0,10 US-Dollar.

Wie diese Mehreinnahmen verwendet werden, entscheidet jede Kleinbauerngenossen- schaften zwar unabhängig, allerdings unter der Kontrolle der Fairtrade Labelling Organizations International, kurz FLO, die mit 250 solcher Produzentengruppen in 25 Ländern zusammenarbeitet. In der Regel werden Arbeitsgeräte, Pflanzen, Samen und landwirtschaftliche Beratungen, aber auch der Anbau von Produkten für die heimischen Märkte finanziert. Damit die Kleinbauern nicht wegen der garantierten Preise die Produktionsmengen willkürlich steigern oder sogar zur Kaffee-Überproduktion beitragen, gelten in den meisten der Kleinbauerngenossenschaften Quotensysteme.

Inzwischen gibt es rund 100 verschiedene Kaffeesorten, die unter dem Fairtrade-Siegel verkauft werden. Durch die garantierten Preise müssen die Transfair-Kaffees grundsätzlich teurer sein als jeder herkömmliche Kaffee. Der Preisunterschied ist aber nicht so gravierend, wie oftmals vermutet wird. Auf die einzelne Tasse umgerechnet betragen die Mehrkosten nur wenige Cents. Leider werden viele Transfair-Kaffees in Bio-Supermärkten oder Naturkost-Läden völlig überteuert angeboten, diese Mehreinnahmen haben aber nichts mit dem Transfair-Gedanken zu tun, sondern fließen in die Gewinne solcher Geschäfte.

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Transfairkaffee

Transfair ist ein Siegel für fair gehandelten Kaffee, aber kein Qualitätssiegel. Deshalb muss auch unter den Transfairkaffees der perfekte Kaffeegenuss durch viel Probieren gefunden werden.

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