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  Sommelier - Grundlagenwissen für Genießer - Kaffeeanbau
Über Kaffeepflanzen und -anbau

Die immergrüne Kaffeepflanze kann nur in tropischen und subtropischen Breiten angebaut werden, da sie klimatisch sehr anspruchsvoll ist. Viele Faktoren müssen für den Geschmack eines Kaffees zusammenpassen.

Kaffeepflanzen, -anbau und -sorten

Kaffeepflanzen sind - je nach Art - Sträucher oder bis zu fünfzehn Meter hohe Bäume, die nur in der gesamten Subtropenzone sowie in tropischen Höhenlagen wachsen. Sie blühen mehrmals pro Jahr für wenige Tage und können gleichzeitig Blüten und unter- schiedlich reife kirschenartige Früchte tragen. Neue Pflanzen können erst nach drei bis sieben Jahren einen optimalen Ernteerfolg bringen, die Lebensdauer einer Kaffee- Pflanze beträgt etwa 25 Jahre.

Die Kaffeepflanze stellt viele hohe Ansprüche an ihre Umgebung. Neben den Boden- bedingungen führt nur das richtige Zusammenspiel von Sonne, Temperatur, Wind und Niederschlägen zu einer ertragreichen Ernte mit einer guten Kaffeequalität. Die Gattung Coffea zählt zur Pflanzenfamilie der Rubiazeen oder Rötegewächse mit etwa 500 verschiedenen Gattungen in mehr als 6.000 Arten. Trotz dieser Vielfalt sind es doch nur zwei Arten, die den größten Teil des Kaffeemarktes bestimmen: Die Coffea arabica (Arabica) und die Coffea canephora (Robusta).

Arabicabohnen sind qualitativ sehr hochwertig und stammen ursprünglich aus dem äthiopischen Hochland. Mittlerweile werden sie überall entlang des Äquatorialgürtels auf einer Höhe von 600 bis 1200 Metern und in den subtropischen Gebieten Brasiliens bei 400 bis 850 Metern über dem Meeresspiegel angebaut. Die Coffea Arabica ist eine anspruchsvolle Pflanze, die nicht so leicht zu kultivieren ist und hohe Anforderungen an Bodenbeschaffenheit und Klima stellt.

Arabicas werden um so teurer, je höher die Plantagen liegen, da bei den so genannten Hochlandkaffees auf Plantagen in 1.000 Metern Höhe über dem Meeresspiegel die Früchte langsamer reifen, hornig und fest werden und nur wenig Feuchte enthalten. Die Kaffeebohnen haben einen Koffeingehalt von etwa 1,2 Prozent und ergeben einen kräftigen, vollen Geschmack.

Die Coffea canephora ist ein so genannter Tieflandkaffee und wächst auf einer Höhe von 300 bis 800 Metern, ist im Gegensatz zur Arabica bescheidener bei den Ansprüchen an Boden und Klima, dabei aber viel raschwüchsiger und ertragreicher. Ihre Bohnen sind kleiner, enthalten mit 2,3 Prozent fast doppelt so viel Koffein und schmecken rauer und bitterer. Dafür sind sie aber auch resistenter gegen Krankheiten und Schädlingsbefall.

Kaffeeanbaugebiete und -länder

Nördlich und südlich des Äquators verläuft der gut 5000 Kilometer breite tropische und subtropische Gürtel einmal rund um den Globus. Nur hier werden Kaffeepflanzen erfolgreich in über 70 Ländern angebaut und Kaffeebohnen produziert, allerdings mit teilweise doch sehr erheblichen Qualitätsunterschieden.

Geographisch lassen sich die Anbaugebiete in die drei großen Regionen Mittel- und Südamerika, Afrika sowie Asien einteilen, hinzu kommen noch die kleinen Gebiete auf Hawaii und in Australien.

Die größten Kaffeeproduzenten sind Brasilien, Vietnam und Kolumbien, von denen fast 60 Prozent des jährlich weltweit gehandelten Kaffees auf den Markt kommen. Der Kaffeeriese ist Brasilien mit einem Weltmarktanteil von gut 30 Prozent. Dies ist allerdings alles andere als ein Gütesiegel, da nicht nur Faktoren wie Klima, Höhenlage und umgebende Fauna das Aroma eines Kaffees beeinflussen, sondern auch der Umgang mit den sensiblen Kaffeebohnen von der Ernte bis zur Veredelung. Und hier sind Kaffees - vor allem aus Brasilien und Vietnam im Gegensatz zu Kolumbien - nicht immer unter den besten Sorten zu finden.

Die beste Qualität haben die Kaffees in den höheren Lagen, da sie eine besonders feine Säure und einen hervorragenden Geschmack haben. Zwei Raritäten gelten als Geheimtipp unter den Kaffeekennern: Die Coffea Excelsa wurde 1904 am Tschadsee gefunden. Und in Westafrika wächst die Coffea Stenophylla, aus der in Sierra Leona ein exzellenter Hochlandkaffee hergestellt wird.

Mit der teuerste Kaffee der Welt mit Kilopreisen von mehr als 100 Euro ist der Jamaika Blue Mountain. Dieses Hochgewächs wird fast ausschließlich auf kleinen Plantagen angebaut. Das Aroma des Blue Mountain ist intensiv und kräftig, der Geschmack rund und voll, harmonisch, fruchtig und säurebetont.

Und auch das gibt es: „Kopi Luwak” heißt eine der seltensten und exklusivsten Kaffeebohnen der Welt. Auf den indonesischen Inseln Sulawesi, Sumatra und Java werden pro Jahr lediglich rund 200 Kilogramm produziert. „Hergestellt” wird diese Rarität von den dort auf Bäumen lebenden Fleckenmusangs, wieselähnlichen Schleichkatzen, die die überreifen, zuckersüßen Kaffeekirschen geradezu lieben. Allerdings können sie nur das rote Fruchtfleisch verdauen und scheiden den Kern, also die Kaffeebohnen, durch Magensäure und Verdauungsenzyme regelrecht veredelt, wieder aus. Die Preise für ein Kilogramm dieser Bohnen erreichen gut 245 bis 360 Euro.

Der Kaffeebaum in den eigenen vier Wänden

In einigen Gartencentern finden sich kleine Kaffeebäume als Zimmerpflanzen. Auch wenn auf deutschen Fensterbänken keine tropischen oder subtropischen Verhältnisse herrschen, können diese immergrünen Kübelpflanzen durchaus überleben.

Bei intensiver und richtiger Pflege können sich sogar kleine weiße Blüten und später dunkelrote Kaffeekirschen bilden. Die Kaffeebohnen sind aber nicht genieß- oder verwertbar, da diese Bäume lediglich attraktive Zierbäume sind.

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Der Weg des Kaffees von der Ernte bis nach Europa
     
Wichtige Kaffeeanbauländer
Afrika
Äthiopien · Elfenbeinküste · Kamerun · Kenia · Madagaskar · Uganda

Amerika
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Australien
Australien · Papua-Neuguinea
 
               
 
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