Die Internationale Kaffee-Organisation hat eine am Verbraucher orientierte
Terminologie für die Beschreibung des Geschmacks von Kaffeegetränken
entwickelt.
Die International Coffee Organization wurde 1963 unter der Schirmherrschaft
der Vereinten Nationen mit Sitz in London gegründet und ist die wichtigste
internationale Organisation für den Handel mit Kaffee. Ihr gehören
77 Staaten an, 45 Kaffee- exporteure und 32 Importländer, über
die zusammen 97 Prozent der Weltproduktion und gut 80 Prozent des Weltverbrauchs
abgewickelt werden.
Der Text in der Übersetzung des Deutschen Kaffeeverbandes
Beschreibung des Duftes
Animal-like (tierartig): Mit diesem Begriff werden Geruchsnoten beschrieben,
die an ein nasses Tierfell oder Schweiß erinnern. Man kennzeichnet
damit einen starken, kräftigen Eindruck des Kaffeegetränkes.
Muss nicht negativ sein.
Ashy (aschig): Erinnert an den Geruch von Aschenresten im erkalteten
Ofen. Muß nicht negativ sein und dient dem Fachmann zur Kennzeichnung
des Röstgrades.
Burnt, smoky (verbrannt, rauchig): Der Duft von verbrennendem Holz
oder verbrannter Nahrung. Findet man bei sehr dunkel gerösteten
Kaffees.
Chemical/medicinal/hard (chemisch/medizinisch): Der Eindruck erinnert
an Krankenhaus oder Apotheke. Kommt vor bei bestimmten Brasil-Kaffees
und wird auch als Rio-Geschmack bezeichnet. Gilt als negatives Attribut.
Chocolaty (schokoladig): Das Getränk duftet nach Kakaopulver
und Schokolade. Manchmal wird dieser Eindruck auch als süßlich
gekennzeichnet.
Caramelly (karamelig): Riecht nach gebräuntem Zucker in einer
Pfanne.
Cereal/malty/toast-like (getreideartig/malzig/toastähnlich):
Mit dieser Begriffsgruppe werden Aromen beschrieben, die in die Richtung
von frischem oder geröstetem Getreide, frisch gebackenem Brot gehen.
Earthy (erdig): Ein Duft nach feuchtem Boden und Kartoffelkeller.
Eher unerwünscht.
Floral (blumig): So ähnlich duften verschiedene Blumen, wie z.B.
Jasmin, Löwenzahn und Geißblatt. Bedeutet beim Kaffee eine
angenehme, natürliche Note.
Fruity/Citrus (fruchtig/zitronig): Ein Duft nach frischen Beerenfrüchten.
Ein Duft nach Citrusfrüchten ist typisch für Kaffee mit hohem
Säure-Anteil.
Grassy/green (grasig/grün): Ein Duft wie von frisch gemähtem
Gras, grünen Blättern bis hin zu unreifen Früchten.
Nutty (nussig): So riechen frische Walnüsse im Gegensatz z.B.
zu Bittermandeln.
Rancid/rotten (ranzig/verfault): Ein Geruch, der an ranzig gewordenes
altes Fett/Öl erinnert. Verfault riecht wie verdorbenes Gemüse.
Unerwünschte Eigenschaft.
Rubber-like (gummiartig): Bei gewissen Kaffees ist ein Geruch nach
heiß gewordenem Gummi nicht ungewöhnlich. Ist ein typischer
Geschmack für einige Robustakaffees.
Spicy (gewürzig): Damit sind Düfte gemeint, die an Gewürznelken,
Zimt und Piment erinnern.
Tobacco (tabakartig): Ein Geruch wie bei einer frisch geöffneten
Packung Tabak.
Winey (weinig): Ein Eindruck, als ob man ein Glas guten fruchtigen
Wein genießt. Weist auf eine hohe feine Säure im Kaffee hin.
Woody (hölzern): Ein Geruchscharakter, der an trockenes Holz
oder an ein Eichenholzfaß erinnert. Es ist nicht holzig im negativen
Sinn gemeint. Ist auch bei älteren Kaffees zu finden.
Beschreibungen für schmeckbare Eindrücke
Acidity (Säure): Eine typische Eigenschaft für Arabica-Kaffees.
Sie wird durch organische Säuren produziert und ist erwünscht
bei guten Kaffees. Die feine und angenehme Säure darf nicht verwechselt
werden mit dem unangenehmen Sauergeschmack von überfermentierten
Kaffees.
Bitterness (Bittergeschmack): Entsteht durch das im Kaffeegetränk
enthaltene Koffein und anderen vorhandenen Substanzen. Bis zu einem
bestimmten Grad erwünscht. Kann durch Röstgrad und Aufgußmethode
beeinflußt werden.
Sweetness (Süße): Wird durch die in Lösung gegangenen
Zuckerbestandteile des Röstkaffees erzeugt und mit den karameligen/schokoladigen
Aromen in Verbindung gesehen. Kaffeeschmecker nutzen diese Beschreibung
häufig, um zu dokumentieren, dass der Kaffee kein off- flavour
(Geschmacksdefekt) hat.
Saltiness (salzig): Ein salziger Geschmackseindruck ist beim Kaffee
nur sehr selten anzutreffen.
Sourness (Sauerkeit): Beschreibt einen scharfen und beißenden,
an Essigsäure erinnernden Geschmack. Gilt als Negativmerkmal und
kommt bei überfermentierten Kaffees vor.
Das Mundgefühl
Body (Körper/Fülle): Dient zur Beschreibung der physischen
Eigenschaft des Kaffeegetränks. Hinterläßt der Schluck
Kaffee im Mundraum ein volles und angenehmes Gefühl, so ist dieser
Eindruck das genaue Gegenteil von einem dünnen, wäßrigen
Mundgefühl.
Astringency (Strenge/Schärfe): Kennzeichnet einen trockenen und
zusammenziehenden Nachgeschmack im Mundraum. Ist bei Kaffee unerwünscht.